So soll der Neubau der Schule aussehen. 
Foto: Gelderner Baugesellschaft

 Die Stadt Geldern und die Gelderner Baugesellschaft informierten Vertreter der Realschule über die Verzögerung des Neubaus in Veert. Woran es liegt, dass man nicht pünktlich fertig wird.

Der Neubau der Realschule An der Fleuth wird nicht wie geplant fertig. Zu diesem Ergebnis kommt der Geschäftsführer der Gelderner Baugesellschaft Thomas Mutz. Ursprünglich sollte der Neubau zum Sommer, spätestens aber zum Herbst 2022 übergeben werden. Mitte Juni hatte Bürgermeister Sven Kaiser noch verkündet: „Wir sind optimistisch, dass der Sommer nicht utopisch ist.“ Doch weit gefehlt. „Die Verzögerungen im Baugenehmigungsverfahren hätten wir noch auffangen können, wenn wir jetzt nicht in die aktuelle Baukrise gekommen wären“, sagte Mutz. Er hofft, dass der Neubau nun bis zum dritten Quartal 2023 fertiggestellt werden kann. „Wir werden alles dafür tun, so schnell und wirtschaftlich wie möglich voranzukommen.“ Auf Einladung der Stadt Geldern und der Gelderner Baugesellschaft (GBG) sind in dieser Woche die Schulgemeinschaft der Realschule An der Fleuth, Bürgermeister Sven Kaiser, Vertreter der Politik und der Gelderner Baugesellschaft zusammengekommen, um sich über den geplanten Neubau der Realschule am alten Standort der Geschwister-Scholl-Schule An der Ley auszutauschen. Wie Thomas Mutz bereits in der vergangenen Schulausschuss-Sitzung ausgeführt hatte, fällt der Neubau genau in die derzeitige – aus Bauherrensicht – angespannte Lage der Baubranche. So seien allein für die Rohbauarbeiten 20 Firmen angeschrieben worden. „Nur von zwei Firmen haben wir ein Angebot zurückbekommen“, sagte Mutz, „und zwar für einen Zeitraum, der hinter unserem geforderten Zeitraum lag.“ Die übrigen Firmen teilten mit, dass sie zur gewünschten Zeit ebenfalls keine Kapazitäten mehr frei hätten. Deutlich länger als erwartet zog sich auch das Baugenehmigungsverfahren hin. „Normalerweise dauert es bei Bauten dieser Größenordnung zwischen drei und vier Monaten“, sagte Mutz. „In diesem Fall hat es gut sieben Monate gedauert.“ Die Hintergründe führte Projektleiter Jan Butzheinen-Denkewitz aus: „Es gab von Seiten des Kreises Kleve erhöhte Anforderungen bei der Entsorgung der Altlasten und im Hochwasser- und Starkregenschutz“, sagte er. Zudem sei für die Vreysche Ley eine Gewässerumlegung gefordert worden, die so nicht zu erwarten war. Eine gute Nachricht hatte die Gelderner Baugesellschaft dann aber doch noch zu verkünden. Die Aufträge für die Erdarbeiten, Fundamente und den Rohbau konnten mittlerweile vergeben werden. Wenn alles nach Plan läuft, sollen bis Ende des Jahres die Arbeiten für die Bodenplatte abgeschlossen sein, so dass der Rohbau Anfang kommenden Jahres beginnen kann. „Sowohl die Politik als auch die Stadt Geldern stehen nach wie vor klar hinter dem Projekt. Der Neubau wird genauso gebaut werden, wie er aktuell und in Abstimmung mit der Schule geplant ist“, betonte Bürgermeister Sven Kaiser gegenüber der Schulleitung. Und Thomas Mutz ergänzte: „Wenn der Neubau fertig ist, erhält die Realschule das modernste und nachhaltigste Schulgebäude in Geldern. “
Realschulleiter Wilfried Schönherr sagte, alle Beteiligten hätten zwar gehofft, dass der Neubau schneller fertig wird. „Aber für die momentan unkalkulierbaren Umstände in der Baubranche kann nun mal niemand etwas.“ Die Perspektive für die Realschule stimme jedenfalls. „Wir sind mit den aktuellen Plänen voll einverstanden, und ich glaube, alle wünschen sich, dass das neue Schulgebäude nun so schnell wie möglich fertiggestellt wird.“

 

Die Realschule An der Fleuth ist zurzeit noch am Westwall untergebracht.  Foto: Dirk Möwius

Quelle: Rheinische Post