Ein 100-Millionen-Euro-Paket hat die Stadt Geldern für ihre Schulen geschnürt. So viel Geld will die Verwaltung in Umbauten und Sanierungen investieren, um alle Schulstandorte zu modernisieren. Nun hat der Schulausschuss die ersten 37,7 Millionen Euro freigegeben. Sie sollen in die Arbeiten an der Realschule An der Fleuth, der Marienschule, der Albert-Schweitzer-Schule und der Gesamtschule fließen. Allerdings ist schon jetzt absehbar, dass die Summe für die Umbaupläne nicht reichen wird.

Realschule An der Fleuth Es entwickelt sich zum schwierigsten Projekt: Der Umbau der alten Geschwister-Scholl-Schule zum neuen Standort der Realschule An der Fleuth. Denn in dem alten Hauptschul-Gebäude in Veert hat das Ingenieurbüro Tauw Schadstoffe gefunden. In dem älteren Gebäudeteil findet sich in Fugen, Dichtungsmassen, Farben und Lacken der Schadstoff PCB, dessen Verwendung seit 1989 in Deutschland verboten ist. Auch Asbest konnte nachgewiesen werden.

Die Folge: Die Experten raten, das Gebäude zu entkernen, in den Rohbauzustand zurück zu setzen und komplett zu sanieren. Und selbst dann sei nicht sicher, ob die PCB-Belastung komplett beseitigt wäre. Derzeit sind für den Umbau des GSS-Gebäudes 9,3 Millionen Euro eingeplant, das Projekt sollte bis Sommer 2021 abgeschlossen sein. Dieser Zeit- und Kostenplan wird sich aber wohl nicht einhalten lassen. Bis zum Schulausschuss am 3. Dezember wird die Stadtverwaltung einen neuen Beschlussvorschlag erarbeiten.

Marienschule Für insgesamt 6,5 Millionen Euro wird die Grundschule in Kapellen saniert. Die Gebäude aus den Jahren 1954 und 1961 reichen für die acht Klassen nicht aus – der offene Ganztag findet im alten Hausmeisterhaus statt. Geplant sind darum ein zweigeschossiger Anbau, ein 165 Quadratmeter großes Forum mit Oberlichtern, neue Räume für den offenen Ganztag, Differenzierungsräume, ein Selbstlernzentrum und Platz für Sitzmöglichkeiten. Zudem werden alle Klassenzimmer auch einen angrenzenden Differenzierungsraum haben. Die Bauarbeiten sollen im August 2020 mit dem Abriss der Toiletten starten und zwei Jahre später beendet sein.

Albert-Schweitzer-Schule Auch an der Gemeinschaftsgrundschule an der Schloßstraße soll ein Anbau den Platzmangel beheben. Das Hauptgebäude aus den 60er Jahren und die Erweiterung aus den 90ern bleiben erhalten, die Toiletten werden zurückgebaut. Ein U-förmiger Anbau soll das bestehende Gebäude erweitern. So sollen auch Differenzierungsräume entstehen, die bisher fehlen. Ausgetauscht werden müssen zudem Technik und Ausstattung der Räume. Eingeplant ist auch eine Solaranlage, die das Gebäude mit Strom versorgen soll. Die Bauarbeiten für insgesamt 10,6 Millionen Euro beginnen in den Sommerferien 2020 und sollen ebenfalls im Sommer 2022 abgeschlossen sein.

Gesamtschule Das bisher teuerste Projekt ist die Erweiterung der Gesamtschule Geldern. 11,3 Millionen Euro investiert die Stadtverwaltung in die 2018 gegründete Bildungsstätte, um genug Platz für die zukünftig fast 1000 Schüler zu schaffen.

Ein zweigeschossiger Neubau mit 5000 Quadratmetern wird auf dem Rasen westlich des Bestandsgebäudes entstehen. Ein Gang soll Neu- und Altbau verbinden und an das bereits vorhandene Treppenhaus anschließen. Für jede Jahrgangsstufe mit jeweils sechs Klassen wird es einen eigenen Gebäudeteil geben, der jeweils eine Gemeinschaftszone hat, um die sich Klassen- und Differenzierungsräume, Lehrerbereich und Toiletten gruppieren. Auch auf dem Dach des Anbaus ist eine Solaranlage geplant.

Die geschätzte Dauer für den Anbaus liegt bei zwei Jahren. Die Arbeiten sollen den Betrieb der Gesamtschule nicht gefährden. Zum Schuljahr 2021/2022 sollen Schüler und Lehrer die neuen Räume nutzen können.

Quelle: Rheinische Post, 08. November 2019