Neubau und Sanierung sollen bis September 2022 abgeschlossen sein

Kapellen. Mit dem Spatenstich hat es bisher coronabedingt nicht funktioniert, aber dafür gab es jetzt einen schönen Ersatz: Schüler der Marienschule in Kapellen haben im Rahmen  des fortgeschrittenen Neu- beziehungsweise Anbaus und der geplanten Sanierung des  Bestandsgebäudes ihre Wünsche für die Zukunft der Schule an den neuen Pflaumenbaum  gehängt. Diesen hat die Gelderner Baugesellschaft gesponsort, die auch das Bauprojekt  leitet. „Wir haben in allen Klassen gesammelt“, erzählt Schulleiterin Angela Hüskes über die Wünsche der Kinder. „Was wollen wir für die Zukunft in der Marienschule haben, wie soll der Neubau werden. Spielmöglichkeiten zum Beispiel.“ Auch wenn klar ist, dass längst nicht alles erfüllt werden kann, sind Hüskes und ihre Kollegen, die den Neubau bisher gesehen  haben, schon sehr angetan von diesem. . „Es ist wirklich toll geworden.“
Großzügige Verglasung
Fatma Ögüt von der Baugesellschaft gab während einer Begehung Einblicke in den aktuellen Stand des Neubaus. „Wir sind dabei, die naturbelassene Lärchenholzfassade aufzubauen, die Unterkonstruktion ist komplett fertig.“ Vollendet ist auch die Dachkonstruktion, über dem Foyer thront Glasdach mit eingebautem Sonnenschutz. Ausgelegt werden derzeit noch unter anderem die Leitungen für Lüftung, Sanitär, Heizung und Elektro. Michael van  Ooyen, einer der Architekten, sprach über einige Details der Architektur: „Eine Besonderheit ist die großzügige Verglasung, die teilweise bis zum Fußboden gezogen ist.  Dadurch ergibt sich eine schöne Innen und Außenwirkung.“ Der Look orientiert sich an einem Werkstatt-Charakter. Charakteristisch sind demnach der zu sehende Beton und die Installationen. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle, etwa beim geregelten Lüftungskonzept mit einer Frischluft-Lüftungsanlage. So sei laut van Ooyen eine optimale Luftqualität bei gleichzeitiger Energieeffizienz gegeben, um möglichst viel CO2 zu vermeiden. Die beim Neubau verwendeten massiven Bauteile seien zudem Speichermassen. Die Lüftungsanlage könne vor allem in den warmen Jahreszeiten nachts kühlere Luft in die Räume bringen, sodass die Bauteile heruntergekühlt würden. Die Baukörpermassen  regulieren dann das Klima. Das Konzept für den Brandschutz ist simpel: „Innen ist alles großzügig und offen, außen haben wir einen Balkon“, sagt van Ooyen. Dieser Balkon dient zudem im Notfall als Fluchtweg über eine Treppe. Der Neubau bildet mit dem Bestandsgebäude eine Einheit, getrennt sind sie durch die Außenfassade des alten  Gebäudes. Für besseren Kontakt zwischen beiden Teilen sollen bestehende Öffnungen demnächst vergrößert werden. Sanierung und Erweiterung schlagen gemeinsam mit rund 6,5 Millionen Euro zu Buche. Der Neubau von etwa 37 mal 23 Metern steht dabei auf einer Brutto-Grundfläche von 1.518 Quadratmetern. Mit ihm erhält die Marienschule moderne  Klassen- und Differenzierungsräume, Platz für den offenen Ganztag, die Verwaltung sowie  einen Mehrzweck- und Computerraum. Über einen von außen zugänglichen Raum darf sich der Heimatverein freuen, der dort auch die Möglichkeit hat, Projekte mit den Schülern umzusetzen. Durch die neuen Räume können langfristig vier Regel- und vier MontessoriKlassen unterrichtet werden.
Arbeiten liegen im Zeitplan
Wie die Gelderner Baugesellschaft mitteilt, liegt sie im Zeitplan: Im November 2021 soll der zweigeschossige Neubau fertig sein, kurz darauf der Umzug folgen. Auch wenn erste Sanierungen im Altbau bereits begonnen haben, soll es damit erst nach der Fertigstellung  des Neubaus so richtig losgehen. Das Ende des gesamten Projekts ist für September 2022 vorgesehen. Über das Projekt freuen tut sich auch Ortsbürgermeisterin Andrea Dahmen: „Das ist für uns ein echtes Sahnestückchen.“ Bürgermeister Sven Kaiser ergänzt: „Es ist mehr als Schule. Es war uns wichtig, eine weitere Begegnungsstätte für die Ortschaft zu  schaffen.“ Weitere Infos zum Projekt gibt es unter geldern-bau.de/marien-schule.

 

Quelle: Niederrhein Nachrichten