Sie ist die einzige konfessionsfreie Grundschule in Geldern und prägt das Erscheinungsbild der  Schlossstraße: Die Albert-Schweitzer-Grundschule. Die „Schule des gemeinsamen Lernens“, die auch mit dem Prädikat „Unesco-Schule“ ausgezeichnet wurde und schon zuvor den Weg in Richtung Integration und allgemeiner Akzeptanz – ganz im Sinne der Unesco-Idee – eingeschlagen hatte, ist ein wenig in die Jahre gekommen. Grund genug für die Schulstadt Geldern, die 1954 gestartete Schule gründlich zu überarbeiten und sogar zu erweitern. Nach einer zweigeschossigen Erweiterung 1960 und einem Anbau von vier weiteren Klassenräumen 1996 geht es nun darum, Platz und Qualität zu schaffen für die weiterhin ansteigende Zahl der Schüler, die benötigten Differenzierungsräume und für die steigende Nutzung des offenen Ganztags.  Ein weiterer Projektbaustein für die in der Glockengasse angesiedelte „Gelderner Bau Gesellschaft mbH“, einer 100-prozentigen Tochter und Eigengesellschaft der Stadt Geldern, die sich seit April um die Gelderner Schulen kümmert.

Thomas Mutz, Geschäftsführer der Bau Gesellschaft: „Wir bevorzugen eine fundierte Planung, bei der wir vor allem die Schulgemeinschaft von Anfang an einbeziehen. Je gründlicher geplant wird, umso verlässlicher schließt man Überraschungen in der Bauphase aus.“

Thomas Mutz berichtete im November dem Schulausschuss über die sorgfältig vorbereiteten Planungsschritte zur Zukunft der Albert-Schweitzer-Schule.

Die Eckdaten der Aufgabe haben es in sich: Die Substanz des Bestandes ist zwar erhaltenswert, es besteht aber ein Sanierungsstau in Gebäudetechnik und –ausstattung. Es fehlt an Räumen für die Differenzierung und an Platz für den Offenen Ganztag, der im Moment auf Ober- und Erdgeschoss verteilt ist. Thomas Mutz: „Die Schulentwicklungsplanung geht davon aus, dass die Schülerzahl von aktuell 172 auf etwa 274 steigt. Wir planen daher mit einer Nutzfläche von 2.300 Quadratmetern. Davon können wir 1.100 im Bestand realisieren. Für weitere 1.200 Quadratmeter benötigen wir eine Erweiterung.“

Die Planungsleistung erbringt die Bau Gesellschaft selbst. Dafür machten sich Architekt M.Sc. Ernst-Christian Gerats und Bautechniker Jan Spickmann an die Arbeit. Ihre Planung sieht eine Haupterschließung des Gebäudes über einen klar erkennbaren Eingang von der Schlossstraße aus vor. Das Obergeschoss wird über zwei Treppenhäuser mit direktem Ausgang zum Schulhof erreicht. Fünf Klassenräume entstehen im Neubau. Weitere sieben im Bestandsgebäude – jeweils mit angeschlossenem Differenzierungsraum. Auf ein weiteres Detail macht Bürgermeister Sven Kaiser aufmerksam: „Die Erstklässler erhalten einen separaten Bereich im Erdgesechoss. Ich finde es schön, dass in der Planung an solche Dinge gedacht wird.“

Die Klassenräume für das zweite, dritte und vierte Schuljahr kommen ins Obergeschoss. Außerdem vorgesehen: Medien- und Informatikraum, Mehrzweckraum, Räume für Schulverwaltung und Sozialarbeiter sowie Selbstlernbereiche und Toiletten auf jeder Etage. Im Neubau wird es zudem einen Aufzug geben und jede Etage erhält ein Rollstuhl-gerechtes WC.

Eine beeindruckende Auflistung. Findet auch Stefanie Bauer. Die 58jährige Schulleiterin, die in Veert wohnt, über die Grundschule in Auwel-Holt zunächst als Konrektorin an der Sankt-Adelheid-Schule arbeitete und seit 2016 die Albert-Schweitzer-Schule leitet, freut sich auch auf die Mensa mit großer Glasfassade und angegliederter Schulküche. „Die Mensa wäre sogar separat vom Schulbetrieb für Abendveranstaltungen nutzbar. Auch unsere Außenanlage wird angepasst an heutige Standards. Ich bin von den Neuerungen sehr angetan.“

Der weitere Zeitplan:

Während der Sommerferien 2020: Abriss des alten WC-Traktes, Aufstellung von modernen Toiletten-Containern und Beginn der Erweiterung.

Nach den Sommerferien 2021: Umzug der Schule in die Erweiterung, Beginn der Sanierung im Bestandsgebäude.

Etwa August 2022: Fertigstellung.

Dem Schulausschuss gefiel das Konzept. Er beauftragte die Bau Gesellschaft mit der Umsetzung der Baumaßnahmen und bat darum, über den jeweiligen Sachstand unterrichtet zu werden.

Quelle: Wir in Geldern, Ausgabe 11/2019